Werteerziehung mal ohne Arbeitsblätter - eine gelungene Aktion

Werteerziehung mal ohne Arbeitsblätter  - eine gelungene Aktion

Asylsuchende Berufsschüler verschönern die Umweltstation am Rothsee

Warum wird in Deutschland die Natur geschützt und gepflegt? Wie benutzt man welches Werkzeug und warum wird ein Kraut ausgerissen während ein anderes stehen bleibt?

Fragen, auf die 20 Schülerinnen und Schüler der Berufsintegrationsklassen des BSZ Roth (Staatliches Berufliches Schulzentrum) im Rahmen eines Projektes die Antworten bekamen.

Die beiden Lehrkräfte des BSZ Roth Anja Lößel (Malermeisterin) und der Fachlehrer Rainer Braun planten und organisierten den Arbeitseinsatz der Schüler mit dem Praktikanten Lukas (Student der Forst- und Holzwissenschaft) der Umweltstation.

Als Einstieg in den erlebnisreichen Tag lernten die Schüler die Umweltstation und deren Mitarbeiter kennen. Im leichten Nieselregen ging es anschließend an die Arbeit: Unkraut zupfen am Weidentipi, Weidenruten einflechten – trotz eher langweilig anmutende Arbeit fand sich schnell ein Jungenteam zusammen. Kostenfreies Muskeltraining und der schöne Blick über den See lockten ein paar Helfer zum Wasser-Matsch-Bereich: schweren Sand aus dem Bachlauf schaufeln und Unkraut zwischen den Fugen entfernen mit Planieren vom Sand als Abschluss. Das Wolkenkino (bequeme Hängematten) hatte unter den Schülern schnell Liebhaber gefunden, doch die Aussicht auf Faullenzen im abgelegenem Bereich täuschte: die Jungen erwartete die anstrengendste Arbeit überhaupt: die vom Gras überwucherte Sandfläche musste ausgegraben werden. Die Mädchen der Gruppe durften die filigrane Arbeit erledigen: mit Gartenscheren verblühte Stängel aus dem Vorjahr abschneiden. Genaue Anleitung bekamen sie vom Praktikanten der Umweltstation, der die verschiedenen Teams während ihrer Tätigkeit kontinuierlich erklärend unterstütze und die Sinnhaftigkeit ihrer Aktion erläuterte.

Wenn mal ein Fachbegriff nicht parat war, waren die Schüler erfinderisch, sie griffen zu lautnachahmenden Wörtern und erklärten mit Händen und Füßen. Die Mentalität des anderen Kulturkreises ließ nicht lange auf sich warten: Jeder abgesägte und ausgegrabene, daumendicke Baum wurde laut bejubelt.

Die beiden Lehrkräfte waren überrascht von dem Arbeitseifer der Gruppe, die im Unterricht manchmal eher mehr Überredungskunst benötigt. Die Freude über die Motivation der Schüler war auch bei den Mitarbeitern der Umweltstation groß. Es ist auch gelungen, bei Schülern das Interesse zu wecken, eventuell in Richtung Garten – Landschaftsbau einen Praktikumsplatz zu suchen.